Durchblick behalten im Unisex-Wahnsinn – Die Auswirkungen auf Kranken- und Pflegeversicherung

Im heutigen Teil der Serie „Unisex-Tarife“ geht es um die Auswirkungen der Unisextarife auf die privaten Krankenversicherungen, die Krankenzusatzversicherungen und die Pflegezusatzversicherungen.

Bevor ich jedoch ins Detail gehe, noch ein wichtiger Hinweis vorweg. Auch wenn die Unisex-Tarife sich auf die Beiträge einiger Versicherungen stark auswirken, sollte man nicht planlos eine im Moment noch günstigere Versicherung abschließen, obwohl man diese jetzt eigentlich gar nicht benötigt. Das bedeutet, dass man zu allererst die existenzbedrohenden Risiken, wie die private Haftpflicht und die Berufsunfähigkeit, absichern sollte, und anschließend erst die weiteren Absicherungs- und Vorsorgemöglichkeiten in Vergleich zieht.

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Die Unisex-Auswirkung auf die private Krankenversicherung

Da Frauen statistisch gesehen länger leben, häufiger einen Arzt aufsuchen und höhere Krankheitskosten verursachen, mussten sie bisher in den meisten Fällen einen höheren Beitrag zahlen als Männer. Aus diesem Grund waren für Männer die Beiträge häufig günstiger als die für gleichaltrige Frauen. Vor allem junge Männer, die bisher von den besonders günstigen Beiträgen profitiert haben, müssen jetzt mit einem besonders starken Beitragsanstieg um bis zu 30 Prozent rechnen.

Wer jetzt aber denkt, dass die private Krankenversicherung für Frauen 30 Prozent günstiger wird, der liegt daneben. Aufgrund der vorsichtigen Kalkulation der Versicherer werden die Beträge für Frauen zwar günstiger, nähern sich aber eher den bisherigen Beiträgen an, als dem Mittelwert. Dies liegt daran, dass Frauen aus den alten „teuren“ Tarifen in einen für sie günstigeren Unisextarif wechseln können, und diese Option im Beitrag bereits mit eingepreist wird.

Auch für Krankenzusatzversicherungen gelten ab dem 21.12.2012 die Unisextarife. Allerdings gibt es auch schon jetzt Zahnzusatzversicherungen, die als Unisex-Tarife angeboten werden. Männer, die eine ambulante Zusatzversicherung oder eine stationäre Zusatzversicherung abschließen wollen, sollten dies nicht auf die lange Bank schieben und noch rechtzeitig bis zum Stichtag erledigen.

Anwartschaftstarife und Optionsrechte

Nach mehrheitlicher Auffassung lebt eine Anwartschaftsversicherung, unabhängig davon ob sie nur den Gesundheitszustand (kleine Anwartschaft), oder das Eintrittsalter und den Gesundheitszustand (große Anwartschaft) garantiert, als Bisex-Variante auf, soweit sie vorher auf Bisex-Tarife bezogen war. Optionstarife, also kleine Anwartschaften ohne Tarifbindung, leben nach dem Stichtag als Unisex-Tarife auf.

Die Unisex-Auswirkung auf die Pflegezusatzversicherung

Da Männer eine kürzere Lebenserwartung als Frauen haben, und die Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu werden mit zunehmenden Alter steigt, waren auch hier bis jetzt günstigere Beiträge für Männer die Regel. Da die Beiträge der Unisextarife um ca. 30 Prozent höher liegen werden, sollte der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung definitiv noch in diesem Jahr erfolgen.

Eine sehr gute Erläuterung

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Fazit – Warten oder doch jetzt schon abschließen?

Zum Warten gibt es keinen Grund, weder für Männer noch für Frauen. Für Männer ist der Beitragsvorteil an sich schon enorm, und darüber hinaus gibt es ein einmaliges Wechselrecht. Dieses ist besonders für Frauen interessant, da sie aus den alten Bisex-Tarifen ohne Gesundheitsprüfung in die neuen Unisextarife wechseln können, sollten diese günstiger sein. Wenn der Vertragsbeginn vor dem 21.12.2012 liegt sichert man sich zusätzlich auch noch ein günstigeres Eintrittsalter.

Im nächsten Teil dreht sich alles um die Auswirkungen der Unisex-Tarife auf Lebens- und Rentenversicherungen. Reinschauen lohnt sich …

 

Teil 1 – Die Auswirkungen der Unisex-Tarife auf private Versicherungen – Stichtag 21.12.2012

Teil 2 – Durchblick behalten im Unisex-Wahnsinn – Die Auswirkungen auf Kranken- und Pflegeversicherung

Teil 3 – Durchblick behalten bei Unisex – Die Auswirkungen auf Risikovorsorge- und Altersvorsorgeprodukte

Teil 4 – Unisex – Ein Video sagt mehr als 1000 Worte

Ein Gedanke zu “Durchblick behalten im Unisex-Wahnsinn – Die Auswirkungen auf Kranken- und Pflegeversicherung

  1. Ich finde, man sollte seinen Gesundheitszustand „einfrieren“ lassen, das heißt, keiner kann eine Krankheit vorbestimmen. Wenn ich einmal eine ernsthafte Erkrankung haben sollte, werde ich von den Versicherern nicht oder nur zu hohen Preisen versichert. Also warum warten ???

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