Wichtige Kündigungsfristen für Versicherungen – Was tun bei einer Beitragsanpassung?

Nachdem sich der erste Teil der Blogserie mit der ordentlichen Kündigung, der außerordentlichen Kündigung nach einem Schadenfall und dem Widerruf von Versicherungsverträgen befasst hat, geht es heute um die außerordentliche Kündigung nach einer Beitragsanpassung.

4. Die außerordentliche Kündigung nach einer Beitragsanpassung

Eine weitere außerordentliche Kündigungsmöglichkeit für eine Versicherung bietet sich auch immer dann, wenn der Versicherer die Versicherungsprämie, aber nicht die Leistung erhöht.  Diese Regelung gilt jedoch nicht, wenn der Beitrag wegen einer schon bei Vertragsschluss vereinbarten Dynamik steigt, oder wenn sich die Prämie aufgrund einer Anhebung der Versicherungssteuer erhöht.

Die Kündigung bei Beitragsanpassung muss spätestens bis zum Ablaufdatum der Versicherung (i.d.R. die Hauptfälligkeit), bzw. bis zu dem Tag, ab dem die höhere Prämie zu entrichten wäre, beim Versicherer eingehen. Da einige Versicherer ihre Beitragsanpassungen sehr kurzfristig verschicken – der Grund dafür ist offensichtlich –, hat man jedoch immer eine Kündigungsfrist von mindestens vier Wochen. Es gilt in dem Falle die Frist, die für den Verbraucher günstiger bzw. länger ist. Wirksam wird die Kündigung dann zu dem Zeitpunkt, ab dem die höhere Prämie zu entrichten wäre.

Seit dem 1. Januar 2008 unterliegen alle Versicherungsverträge dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Dies ermöglicht dem Versicherungsnehmer nicht nur nach einer Prämienerhöhung ohne Leistungsanpassung eine Versicherung außerordentlich zu kündigen, sondern auch wenn der Versicherer bei unverändertem Beitrag den Versicherungsschutz reduziert.

Die Kündigungsfrist richtet sich nach den gleichen Kriterien wie bei der Beitragserhöhung ohne Leistungsanpassung, es gilt also auch hier die für den Verbraucher günstigere Frist. Wirksam wird die Kündigung zu dem Zeitpunkt, ab dem der reduzierte Versicherungsschutz gelten würde.

Fazit

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, bei denen bestehende Versicherungen überprüft, aktualisiert und optimiert werden können. Wer keine Kündigungsfrist mehr verpassen möchte, gleichzeitig eine kostenfreie Verwaltung seiner Verträge online sucht, und seine Verträge maßgeschneidert auf die eigene Person wünscht, der sollte sich das online Depot für Versicherungen und Finanzen mal näher anschauen. Hier geht´s zum Musterdepot.

Im nächsten Teil wird die Serie fortgesetzt mit den Kündigungsmöglichkeiten, die sich speziell nach einer Veränderung der persönlichen Lebenssituation ergeben.

 

Teil 1 – Wichtige Kündigungsfristen für Versicherungen, und was es bei einer richtigen Versicherungskündigung zu beachten gibt!

Teil 2 – Wichtige Kündigungsfristen für Versicherungen – Was tun bei einer Beitragsanpassung?

Teil 3 – Wichtige Kündigungsfristen für Versicherungen – Was tun wenn sich die Lebenssituation ändert?

Teil 4 – Die Kündigungsfristen der einzelnen Versicherungssparten

Wichtige Kündigungsfristen für Versicherungen, und was es bei einer richtigen Versicherungskündigung zu beachten gibt!

Kündigungsfristen und gerade das Verpassen dieser sorgen immer wieder für Unmut, gerade wenn das Verpassen der Kündigungsfrist einer Versicherung eine neue Beitragsverpflichtung auslöst. Zum Glück gibt es mittlerweile Dienstleister, welche die Arbeit übernehmen und einen an die Frist zur Kündigung einer Versicherung erinnern, wie zum Beispiel das kostenfreie online Depot für Versicherungen und Finanzen der Firma aurea Capital.

Für alle Offliner die Ihren Versicherungsordner noch gewissenhaft selbst führen, möchte ich in dieser Blogserie die Unterschiede der einzelnen Kündigungsarten, die einzelnen Kündigungsfristen, sowie die Kündigungsbesonderheiten bei einzelnen Versicherungen erläutern, damit Sie bestenfalls keine Frist zur Kündigung einer Versicherung mehr versäumen.

Die unterschiedlichen Kündigungsarten und ihre Fristen

1. Das Widerrufs- und Rücktrittsrecht

Unmittelbar nach dem Vertragsanschluss einer Versicherung  besteht zunächst das sogenannte Widerrufsrecht. Somit können Sie grundsätzlich in den ersten 14 Tagen nach dem Vertragsabschluss ohne Angabe von Gründen vom Vertrag zurücktreten.

Für das Widerrufsrecht bei Lebens- oder Rentenversicherungen gilt eine verlängerte Frist von 30 Tagen.

Die Widerrufsfrist beginnt in dem Moment, in dem Sie als Versicherungsnehmer den Versicherungsschein und alle Vertragsbestimmungen einschließlich der Allgemeinen Versicherungsbedingungen erhalten haben. Zusätzlich muss Sie der Versicherer ausdrücklich auf ihr Widerrufsrecht aufmerksam machen.

Für Versicherungsverträge mit einer Laufzeit von unter einem Monat gilt das Widerrufsrecht nicht.

2. Die ordentliche Kündigung

Unter einer ordentlichen Kündigung versteht man die fristgerechte Kündigung eines Versicherungsvertrages zum Ablauf der Versicherungsperiode. Dabei gelten je nach Versicherungssparte unterschiedliche Kündigungsfristen und Mindestvertragslaufzeiten, welche ich später im Verlauf der Blogserie detailliert in den einzelnen Versicherungssparten erläutern werde.

Häufig beträgt die Kündigungsfrist drei Monate zum Ende des Versicherungsjahres. Dabei ist  aber das Versicherungsjahr – mit Ausnahme einiger Krankenversicherer – nicht mit dem Kalenderjahr gleichzusetzen. Vielmehr setzt das Versicherungsjahr mit dem Beginndatum der Versicherung ein und endet ein Jahr später.

3. Die außerordentliche Kündigung nach einem Schadenfall

Unter einer außerordentlichen Kündigung versteht man die Kündigung eines Versicherungsvertrages außerhalb der normalen Kündigungsfrist, zum Beispiel nach einem eingetretenen Schadenfall. Die außerordentliche Kündigung muss dabei spätestens einen Monat nach Abschluss der Entschädigungsverhandlung beim Versicherer eingegangen sein. Als Versicherungsnehmer hat man dabei die Wahl den Vertrag entweder mit sofortiger Wirkung, oder zum Ende des Versicherungsjahres zu kündigen. Kündigt man den Vertrag außerordentlich mit sofortiger Wirkung, muss auch nur der Teil der Prämie entrichtet werden, der auf den Versicherungszeitraum entfällt.

Allerdings hat auch der Versicherer nach einem Schadenfall die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung. Nimmt der Versicherer sein außerordentliches Kündigungsrecht in Anspruch, wird die ausgesprochene Kündigung einen Monat nach Zugang beim Versicherten wirksam. Auch in diesem Falle muss die Beitragsprämie der Restlaufzeit dem Versicherungsnehmer zurückerstattet werden.

Fazit

Wer keine Kündigungsfrist mehr verpassen möchte, und gleichzeitig eine kostenfreie Verwaltung seiner Verträge online sucht, der sollte sich das online Depot für Versicherungen und Finanzen mal näher anschauen. Hier geht´s zum Musterdepot.

Im nächsten Teil der Serie wird es speziell um die Kündigungsmöglichkeiten einer Versicherung nach einer Beitragsanpassung gehen.

 

Teil 1 – Wichtige Kündigungsfristen für Versicherungen, und was es bei einer richtigen Versicherungskündigung zu beachten gibt!

Teil 2 – Wichtige Kündigungsfristen für Versicherungen – Was tun bei einer Beitragsanpassung?

Teil 3 – Wichtige Kündigungsfristen für Versicherungen – Was tun wenn sich die Lebenssituation ändert?

Teil 4 – Die Kündigungsfristen der einzelnen Versicherungssparten